Griechenland-Urlaub: Wichtige Geldfragen beantwortet

Urlaub in Griechenland

Sommerzeit ist Urlaubszeit. In Nordrhein-Westfalen haben die Ferien bereits begonnen, weitere Bundesländer folgen. Im vergangenen Jahr reisten mehr als 2,5 Millionen Deutsche in den Urlaub nach Griechenland. In 2015 scheint die Lage für viele Reisende aber unübersichtlich.
In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Geldfragen, damit Sie Ihren Griechenland-Urlaub genießen können.

Information: Die aktuellen Entwicklungen finden Sie am Ende dieser Seite.

Wie kann ich in Griechenland noch bezahlen?

Grundsätzlich kann weiterhin mit Bargeld (in Euro), per Kreditkarte oder girocard / EC-Karte bezahlt werden. Es kann jedoch vermehrt zu der Situation kommen, dass Restaurants oder Händler auf eine Barzahlung bestehen. Fragen Sie daher vor der Bestellung, ob Ihr bevorzugtes Zahlungsmittel akzeptiert wird. Allgemein empfiehlt sich die vermehrte Mitnahmen von Bargeld, die Redensart „Nur Bares ist Wahres“ gilt in diesem Sommer mehr denn je. Selbst wenn es zu dem Szenario einer Drachme-Einführung kommen sollte, wird in der Übergangszeit weiterhin mit dem Euro bezahlt werden können.

Stimmt es, dass ich pro Tag nur 60 Euro am Geldautomaten abheben kann?

Seit dem 29.06.2015 gelten in Griechenland sogenannte Kapitalverkehrskontrollen. Hierdurch soll das massenhafte Abheben von Bargeld und ein Kollaps der Banken verhindert werden. Pro Tag und Konto/Karte können nur 60 Euro abgehoben werden. Wichtig: Diese Regelung gilt nur für Inländer. Touristen mit ausländischen Karten sind von dieser Einschränkung nicht betroffen. Aber: An vielen Geldautomaten bilden sich lange Schlangen. Es wird außerdem berichtet, dass die Automaten teilweise leergeräumt sind.

Gibt es Alternativen zum Bargeld und zu Plastikkarten?

Die Alternativen sind rar. Eine (unbeliebte) Möglichkeit besteht in der Mitnahme von Traveller Checks / Reiseschecks. Diese können allerdings nur noch an wenigen Stellen gekauft werden (Sparkassen, Commerzbank, Postbank). Genauso wenige Stellen akzeptieren sie. Gerade innerhalb der EU ist es unüblich per Reisescheck zu bezahlen, auch in Griechenland tendiert die Akzeptanz daher gegen Null. Herausgeber Amex hat zum Jahresende eine Einstellung des Verkaufs für Deutschland angekündigt.

Muss ich bei der Mitnahme von Bargeld mit vermehrtem Diebstahl rechnen?

Das Risiko eines Raubüberfalls ist gering. Das Risiko Opfer eines Taschendiebstahls zu werden ist höher, aber nicht wahrscheinlicher als in anderen Touristengebieten und Orten mit hohem Menschenaufkommen. Nehmen Sie zu Ausflügen daher nicht zu viel Bargeld mit und tragen Sie dieses dicht am Körper. Das restliche Bargeld ist im Hotel-Safe besser aufgehoben. Werden Ihre Karten gestohlen, lassen Sie diese sofort sperren.

Tipp: Einige Anbieter helfen bei einem Kartendiebstahl mit Notfall-Bargeld. Beispielsweise erhalten Inhaber der Barclaycard New Visa bis zu 500 Euro Bargeld geliefert, innerhalb von 24 Stunden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank, ob ein solcher Service besteht.

Kann ich meine Reise stornieren?

Eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung wird aktuell von keinem Reiseveranstalter angeboten. Griechenland gilt unverändert als sicheres Reiseziel, insbesondere die zahlreichen Inseln. Sollte sich die Lage in den nächsten Wochen verschlimmern, so dass es beispielsweise vermehrt zu Streiks kommt oder die Benzinvorräte knapp werden, muss die Lage neu bewertet werden. Derzeit sind nur gebührenpflichtige Stornierungen möglich, wenden Sie sich hierzu direkt an den Veranstalter.

Tipps zusammengefasst:

  • Nehmen Sie ausreichend Bargeld mit. Wieviel Geld benötigen Sie durchschnittlich pro Tag? Planen Sie einen kleinen Puffer und eine Notfall-Reserve ein.
  • Falls Sie mehrere Kredit- oder Girokarten besitzen, sollten Sie diese mitnehmen. Falls eine Karte nicht akzeptiert werden sollte, können Sie auf eine andere ausweichen.
  • Wenn Sie das Hotel verlassen nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie ungefähr benötigen werden. Den Rest bewahren Sie sicherer im Safe.
  • Notieren Sie sich die Sperrnummer für Ihre Karten. Kommt es zu einem Diebstahl, können Sie diese schnell sperren lassen. Fragen Sie nach einem Notfall-Bargeld-Service.
  • Schließen Sie eine Auslandsreisekrankenversicherung ab. Diese sind für 20-30 Euro bei vielen Versicherern erhältlich, oder bei vielen Gold-Kreditkarten bereits enthalten.
  • Informieren Sie sich regelmäßig auf den Seiten des auswertigen Amts zur aktuellen Lage in Griechenland: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/GriechenlandSicherheit.html

Aktualisierung

Update vom 06.07.2015: Im Referendum über die geforderten Sparauflagen der EU haben die Griechen zu über 60% mit „Nein“ gestimmt. Direkte Folgen für Urlauber ergeben sich hieraus derzeit nicht. Das griechische Tourismusministerium lässt mitteilen, dass die Versorgungslage des Festlands und auf den Inseln sichergestellt ist. Wie in diesem Artikel dargestellt, empfiehlt auch der Deutsche ReiseVerband ausreichend Bargeld sowie EC- und Kreditkarten in den Urlaub mitzunehmen.


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