Fluch oder Segen – neue Technologien sind oftmals beides. Das Bezahlen per Funk-Chip gehört zu den modernsten Varianten beim bargeldlosen Bezahlen, über 1 Millionen neue Kreditkarten von MasterCard wurden in Deutschland bereits mit den neuen Chips ausgestattet. Wen wundert nun die Nachricht: Kriminellen ist es möglich, die Kreditkartendaten auf den Chips unbemerkt auszulesen. Mittels einer Handy-App konnte der Datenklau von Sicherheitsexperten simuliert werden.
NFC-Funkübertragung kann Daten auch aufs Handy senden
Eigentlich bedeuten die neuen Funk-Chips, im Ausland wie den USA bereits Standard, eine erhebliche Erleichterung im Zahlungsverkehr. Sie ersetzen das Bargeld, da die Kreditkarte nun bereits für kleine Beträge eingesetzt werden kann, und die Zahlung verläuft schnell und bequem. Via Funk werden die Daten ausgelesen und die Zahlungen automatisch abgebucht. Zahlungsvorgänge werden deshalb viel schneller, weil die Karte nur noch rund ein bis zwei Sekunden vor den Scanner gehalten werden muss. Dafür kann sie sogar im Geldbeutel bleiben. Die Eingabe einer Geheimzahl oder die Bestätigung per Unterschrift entfällt.
Eben diese Technik könnten Betrüger jetzt ausnutzen. Da auch das Bezahlen mit dem Handy bald überall möglich sein soll, sind bereits auch Handys mit der NFC-Technologie (Near-Field-Communication) ausgerüstet Der Datenklau gelingt mittels einer selbstgebauten App fürs solche Smartphones. Die App funktioniert dann genauso, wie ein NFC-Lesegerät für die Kreditkarte. Dafür müssen die Kriminellen mit ihrem Handy lediglich bis auf vier Zentimeter an das Portemonnaie des Opfers heran kommen. Beim Gedränge an der Kasse, in vollen Läden, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf großen Plätzen kein Problem.
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Verbraucher müssen Daten-, aber keinen Geldverlust fürchten
Zu den durch die Betrüger abgegriffenen Daten gehören vor allem die Nummer der Kreditkarte und das Ablaufdatum, beides wichtige Angaben beim Einsatz der Karte im Internet. Der Name des Inhabers und der dreistellige Sicherheitscode, der sich auf der Rückseite der Kreditkarte befindet, kann nicht ausspioniert werden. Allerdings ist zumindest der Code für eine erfolgreiche Bestellung oder Buchung nicht immer notwendig. Das Ausspionieren selbst bleibt für die Opfer völlig unbemerkt, ein Missbrauch kann also höchstens bei der kritischen Prüfung der Abrechnung auffallen. Wenn Sie eine falsche Abbuchung bemerken, können Sie diese jedoch ohne Probleme von Ihrer Bank zurückbuchen lassen, das Geld wird Ihnen also erstattet. Auch sind Online-Händler in der Pflicht, alle vier wichtigen Daten einer Kreditkarte abzufragen, sonst haftet er für den falschen Einkauf.
Aus diesem Grund geben MasterCard und Visa auch Entwarnung vor dem Datenklau. Der Fall sei bisher nicht in der Praxis aufgetreten und keine Schwachstelle in dem Sinne. Auch halten Sie das Risiko tatsächlich auf der Straße ausspioniert zu werden für eher gering und verweisen auf Erstattung der Summe im Fall der Fälle. Bekannt wurde der Sicherheitsmangel durch einen Fernsehbericht des ARD-Magazins „Report München“ und die Recherchen der Verbraucherzentrale NRW. Wer trotzdem auch Nummer sicher gehen will, kann seine Kreditkarte ebenso wie Personalausweise oder Krankenversicherungskarten mit einer RFID-Schutzhülle sichern. Dann allerdings müssen Sie die Karte wie gehabt bei jeder Verwendung aus der Tasche holen.
