Mittlerweile haben alle drei großen Kreditkartenherausgeber ihre Zahlen für das vergangene Quartal vorgelegt. Der letzte war am vergangenen Donnerstag MasterCard. Doch fallen die Zahlen sehr unterschiedlich aus. Trotzdem ist ein genereller Trend festzumachen.
Vorgelegt hatte zunächst American Express – und das eher enttäuschend. So halbierte sich der Gewinn von im Vorjahr 653 Millionen Dollar auf nun 337 Millionen. Auch der Umsatz brach ein. Statt vormals 7,46 Milliarden nahm AmEx noch 6,09 Milliarden ein. Dies stellt einen Einbruch von immerhin 18% dar. Begründet wurde die eher schlechte Bilanz mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit in Amerika und der gleichzeitig einhergehenden, vermehrten Überschuldung der amerikanischen Haushalte. So muss American Express fast jeden zehnten Euro aufgrund rettungslos überschuldeter Kreditkarteninhaber abschreiben.
Mit den Zahlen von American Express im Hinterkopf müssen einen die wenige Tage später herausgegebenen Zahlen von VISA beeindrucken. Der Kreditkartenriese konnte seinen Umsatz um 2% auf 1,6 Milliarden Dollar steigern. Besonders der Gewinnanstieg um 73% auf 729 Millionen Dollar ist enorm. Hauptgrund für die extrem gute Entwicklung ist ein Beteiligungsverkauf. Außerdem konnten die Kosten des Unternehmens deutlich heruntergefahren werden. Neben Marketing- und Werbekosten sanken auch die Personalkosten deutlich.
Als letzter zog nun auch MasterCard nach und wie bei VISA wurden die Erwartungen manch eines Analytikers übertroffen. So fallen die Zahlen hier ebenfalls bestens aus. Statt horrender Verluste vor Jahresfrist (747 Millionen Dollar) wurde ein deutlicher Gewinn von 349 Millionen Dollar erwirtschaftet. Auch der Umsatz stieg leicht um 2,7% auf nun 1,3 Milliarden Dollar. Folglich lagen auch hier die Gründe für die Gewinnzunahme in der Senkung der Kosten. Gleichzeitig wurden zudem die Gebühren erhöht.
Somit haben die beiden Giganten auf dem Kreditkartenmarkt die Krise bislang gut bewältigt. Gründe für die im Gegensatz schlechte Entwicklung von AmEx sind jedoch auch augenscheinlich. Weder VISA noch MasterCard trägt das Risiko für ausfallende Kreditkartenrechnungen. Dies liegt – nicht wie bei AmEx – bei den ausgebenden Banken. Zudem profitieren die beiden Unternehmen von der Zunahme der Kreditkarten im außeramerikanischen Raum in höherem Maße und können dadurch Einbrüche auf dem amerikanischen Markt besser kompensieren. Insgesamt scheinen jedoch alle drei Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt.
