Punkte sammeln mit der cardNmore: Lohnt sich das EC- und MasterCard-Doppel von Netto?

Mit einer EC-Karte und der dazugehörigen MasterCard-Kreditkarte hat man alles, was man zum weltweiten Shoppen im Geschäft und im Internet braucht, möchte man meinen. Ein Konto für beide Karten und dazu noch ein lohnendes Prämien-System, das hört sich einfach und plausibel an. Leider offenbart das neue „cardNmore“ Karten-Doppel aus Maetro- und Kreditkarte auf den Zweiten Blick auch nicht unerhebliche Einschränkungen. Das Angebot enstanden aus einer Kooperation vom Kreditkartenherausgeber Barclaycard und dem Marken-Discounter Netto hat Kreditkarte.org deshalb einmal genauer unter die Lupe genommen.

Was bietet die cardNmore – und was nicht?

Sie erhalten zwei dauerhaft gebührenfreie Karten, eine Maestro-Karte gebrandet von Netto, und eine MasterCard-Kreditkarte von Barclaycard. Beide Karten werden aber wie eine klassische Kreditkarte verwendet, das heißt, Sie bezahlen damit „auf Pump“. Das Minus auf Ihrem Kreditkartenkonto bei Barclaycard müssen Sie durch eine Transaktion von Ihrem Girokonto ausgleiche, sofern Sie keine Einzugsermächtigung ausstellen. Zwei Monate haben Sie dazu Zeit, danach werden Dispozinsen fällig. Diese betragen 17,24% effektiven Jahreszins und sollten aufgrund dieser Höhe tunlichst vermieden werden. Als billiger Kredit eignet sich das Angebot daher nicht, zudem verlangt Barclaycard Gebühren in Höhe von mindestens 7,50 Euro bis zu 1% bei großen Summen, falls Sie Geld von dem Kreditkartenkonto auf Ihr Girokonto überweisen. Umgekehrt können Sie jedoch das Kreditkartenkonto auch im Plus führen, dann wird Ihr Guthaben sogar mit 1,50% verzinst.

Das die Maestro-Karte von Netto keine normale EC-Karte ersetzt, zeigt sich auch beim Bargeldbezug. Beide Karten verlangen im In- und Ausland eine Gebühr von mindestens 5,95 Euro oder 4%, wenn Sie mit Ihnen Geld am Automaten beziehen. Im Preisaushang lassen sich zudem weitere Kostenpunkte wie eine Versandgebühr von mindestens 10 Euro, Kosten für Ersatzkarten, Pins und Belege finden, die Ihnen zusätzliche Ausgaben aufs Auge drücken. Eine Partnerkarte für die EC- oder MasterCard bietet cardNmore aber kostenlos an. Kostenlose Angebote ohne EC-Karte finden auch auf Seiten wie kreditkartenvergleich.org oder in unserem Kartenvergleich.

Punkte sammeln für Wunsch-Prämien

Die „Karte mit mehr“ will vor allem durch ihre Prämien-System überzeugen, und verfolgt dafür ein ähnliches Prinzip wie die bekannte Payback Karte. Für jeden umgesetzten Euro weltweit mit der Kreditkarte, und für alle im Netto-Discount bezahlten Waren, wird Ihnen ein Punkt auf einem Punktekonto gutgeschrieben. Krumme Beträge werden dabei nach oben aufgerundet, sodass Sie für 15,95 Euro Warenwert auch 16 Punkte erhalten. Damit das Konto etwas schneller anwächst, sichern Sie sich neben 200 Euro Startpunkten auch Extrapunkte auf Zeitschriftenabos oder durch das „Freunde werben“ Programm. Im Prämienshop von Netto lösen Sie die Punkte dann gegen Wunsch-Artikel aus dem Prämien-Sortiment ein, wobei je Artikel eine ordentliche Anzahl an Punkten zu bezahlen ist. Das Angebot reicht von einem isolierten Alfi-Kaffeebecher (1.250 Punkte) bis zu einem Philips LCD Fernseher für 19.999 Punkte.

Fazit: Wer regelmäßig bei Netto einkauft und gerne ab und zu weltweit oder im Internet eine Kreditkarte benötigt, der erhält mit der cardNmore zumindest ein gebührenfreies Karten-Doppel mit Aussicht auf Bonusprämien. Ganz besonders achten müssen Sie dann aber auf die Rückzahlung der Kredite, um nicht von den hohen Dispozinsen böse überrascht zu werden. Außerdem eignet sich die Karte auf keinen Fall als Kredit-Alternative oder zum Bargeldbezug, hierfür ist weiterhin eine zweite EC-Karte notwendig.