Internetbetrügern stehlen sämtliche Daten von Playstation-Fans

Gehören Sie zu der unglaublichen großen Fangemeinde von Sony’s Spielekonsole Playstation3? Millionen PS3 Online-Spieler wurden jetzt Opfer eines der größten bisher bekannten Datendiebstähle. Durch eine Sicherheitslücke im Online-Portal von Sony haben sich Datendiebe die persönlichen Daten von über 77 Millionen Playstation-Zockern weltweit ergaunert (32 Millionen in Europa), darunter nicht nur Name und Adresse, sondern auch Passwörter und möglicherweise auch Kreditkarten Informationen.

Sämtliche Daten der Online-Registrierung ausgespäht

Sie sind ebenfalls von der Datenpanne betroffen, wenn Sie sich beim Online-Dienst „Playstation-Network“ oder dem Musikportal „Qriocity“ mit Ihren Daten registriert haben. Das ist dann ganz sicher dann der Fall, wenn Sie mit Ihrer Playstation 3 oder Playstation Portable online gegen Gegner kämpfen oder Musik und Filme gekauft haben, denn dazu wird eine Anmeldung vorausgesetzt.Die Liste der möglicherweise gestohlenen Daten ist lang, denn sämtliche Informationen wie auch E-Mail-Adressen, Geburtsdatum, eine Liste der mit der Kreditkarte online gekauften Produkte oder sogar Zweitkonten sollen durch die Lücke zugänglich gewesen sein.

Sony selbst ist sich derzeit noch unsicher, ob auch tatsächlich Kreditkartendaten unter den Informationen sind. Dies kann weder ausgeschlossen noch bewiesen werden. Um den genauen Umfang der gestohlenen Daten aufzudecken, hat Sony bereits eine Sicherheitsfirma mit Untersuchungen beauftragt, auch das FBI wurde eingeschaltet. Der Einbruch ins Netzwerk wurde demnach bereits zwischen dem 17. Und 19. April registriert. Seit dem 21. April sind beide Online-Dienste nicht mehr erreichbar. Sobald das Netzwerk wieder zur Verfügung steht, sollten die Online-Spieler deshalb auch als erstes ihr Passwort ändern, das ebenfalls gestohlen wurde. Entwarnung gibt es für Zocker an der Playstation 1 und 2, diese Modelle unterstützen die Online-Dienste noch nicht.

So reagieren Sie bei Verlust Ihrer Kreditkarten-Daten

Wenn Sie sich mit Ihrer Kreditkarte bei Sony registriert haben, könnten die Betrüger möglicherweise auch in Besitz von Name, Kartennummer und Gültigkeitsdatum sein. Die dreistellige Prüfnummer bleibt zum Glück geheim, da diese Angabe von Sony nicht gespeichert wird. Beruhigend ist dies jedoch insofern nicht, als das diese Nummer bei einigen Zahlungen gar nicht abgefragt wird. Sie sollten Ihr Kreditkarten-Konto in den kommenden Wochen daher besser äußerst genau im Auge behalten. Finden Sie eine falsche Abbuchung, melden Sie sich zwecks Zurückbuchung umgehen bei Ihrer Bank. Noch sicherer ist die Beantragung einer neuen Karte, mit der die alte Karte gleichzeitig ungültig wird. Je nach Bank kostet dies eine Gebühr bis ca. 15 Euro.

Kreditkarten-Anbieter und Banken bemühen sich allerdings darum, ihre Kunden zu beruhigen. So erklärte MasterCard Deutschland, man wolle zunächst die genaue Prüfung von Sony abwarten, ob tatsächlich Kreditkarten-Daten entwendet worden seien, bevor Karten gesperrt oder ausgetauscht werden. Damit die Kunden nicht die Leitragenden des Datendiebstahls sind, hat der Zentrale Kreditausschuss (Zusammenschluss Privatbanken, Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken) bereits einer Haftung der Karteninhaber ausgeschlossen. Sollten die Diese also in Ihrem Namen auf Shopping-Tour gehen, können Sie dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Durch die entwendeten E-Mail-Adressen befürchten Sicherheitsexperten nun eine Welle an gefährlichen Spam- und Phishing-Mails. Auch die Tarnung als Sony-Kundencenter mit der Bitte um Angabe Ihrer Kreditkartendaten oder der fehlenden Prüfnummer sollten Sie in keinem Fall nachgeben, Anfragen dieser Art sendet Ihnen kein seriöses Unternehmen per Mail.