Deutsche zahlen gerne mit (Kredit-)Karte – aber wie schützen wir uns vor Datenklau?

Eine neue Studie zum Bezahlverhalten der Deutschen hat ergeben, das bereits bei 2/5 der Einkäufe mit EC- oder Kreditkarte beglichen werden. Bargeld ist schon lange nicht mehr so flexibel und bequem wie die Plastikkarten und verliert damit zunehmend an Beliebtheit, auch wenn Deutschland mit 60% des Einzelhandelsumsatzes in Bargeld noch immer vor anderen Ländern führt. Die mehrfache Anwendung von Karten hat allerdings auch schon längst mehr Betrüger auf den Plan gerufen, die beim Ausspionieren von geheimen Karten-Daten immer raffinierter werden.

Beachten Sie beim Einsatz Ihrer Karte diese Sicherheitsvorkehrungen

Der Versuch des Datenklaus am Bankautomaten und Selbstbedienungsterminal gehört zu den beliebtesten unter den Hackern und stieg 2010 um 55% auf knapp 3200 Fälle mit einer Schadenssumme von 60 Millionen Euro.  2006 waren es grade einmal 308 Fälle, das macht eine Steigerung von über 900%. Durch einen zweiten, übergestülpten Kartenschlitz und eine aufgelegte Tastatur oder Minikamera erbeuten die Gauner die Daten auf dem Magnetstreifen und die PIN-Nummer. Ein kurzer Blick auf ungewöhnliche Veränderungen am Automaten und das verdecken der Geheimzahl mit der anderen Hand können Sie hier vor Betrug schützen.

Der goldene Chip kann dagegen nicht einfach kopiert werden, weshalb bereits viele Banken ihre Geldautomaten ausgetauscht haben und beim Vorgang nun auch den Chip scannen. Die Magnetstreifen werden eigentlich nur noch außerhalb Europas benötigt, das BKA fordert deshalb bereits, komplett auf die Chip-Technik umzustellen. Zahl-Terminals an Supermarktkassen sind deutlich schwerer zu manipulieren und werden zudem meist rund um die Uhr bewacht. Hier droht ebenfalls weniger Gefahr, weil die Geräte die Daten meist direkt an die Banken übermitteln.

Zahlung im Internet mit neuen Methoden

Einige Shops im Internet weisen Ihre Vertrauenswürdigkeit mit Siegel wie dem „Trusted Shops“, dem TÜV-Zertifikat oder dem „EHI Euro-Label Deutschland“ aus. Das aber auch die Datenbanken der größten Anbieter sind nicht vor dem Klau der Kundendaten gefeit, wie jüngst das Beispiel Sony zeigte. Im Web sollten Sie daher wenn möglich kein Kundenkonto anlegen, wenn der Shop-Betreiber auch das Einkaufen ohne Login erlaubt. Wenn Sie per Rechnung bezahlen, gelangen dabei keine Daten an Anbieter oder Betrüger, bei der Lastschrift gestaltet sich das Ausräumen des Kontos immerhin noch ein wenig schwieriger.

Eine sichere Alternative bieten Bezahlsysteme wie Paypal, Inetcash oder Saferpay. Dabei werden die Daten dem speziellen E-Payment-Anbieter mitgeteilt, der die Daten mit sehr hohen Sicherheitsstandards verwaltet. Die Bezahlung der Ware erfolgt dann via den Bezahldienst, ohne das die Daten überhaupt an den Verkäufer gelangen. Relativ neu sind auch online Bezahlvorgänge, bei denen die Kunden direkt vom Warenkorb zu Ihrem Online-Banking Account weitergeleitet werden, wo die Überweisung vorgenommen werden kann.

Kreditkartenbetreiber wie MasterCard und Visa bieten mittlerweile sogar noch eine eigene, weitere Sicherheitsstufe beim shoppen im Internet. Bei „MasterCard SecureCode“ und „Verified by Visa“ wird bei einer Online-Bestellung ein zusätzliches Fenster mit einer weiteren Geheimnummereingabe, der Beantwortung einer persönlichen Frage oder einer smsTan geöffnet. Diese Daten werden nur zwischen Kreditkartenbetreiber und Kunde ausgetauscht, der Shop-Betreiber selbst erhält nur die Bestätigung der verifizierten Zahlung. In England hat das Verfahren die Betrugsfälle bereits drastisch gesenkt. Allerdings werden auch diese Methoden für die findigen Betrüger nicht gänzlich unknackbar bleiben, mit Spionageprogrammen auf Computern und Smartphones werden sie ihr Glück mit Sicherheit probieren.

Wichtig: Wenn Sie bemerken, dass von Ihrem Konto fälschlicherweise Geld abgehoben wurde, lassen Sie sofort von der Bank die Karte sperren. Für den entstandenen Schaden kommt beim Datendiebstahl der Kartenanbieter oder bei manipulierten Bankautomaten die Bank auf. Dies ist nicht so, wenn Sie die Karte verlieren, dann haftet der Kunde.